Venice Connection von Reni Kiefer

Titel: Venice Connection

Autorin: Reni Kiefer
Seiten: 180
Genre: Roman, Coming-of-Age, New Adult
Verlag: Selfpublisher
Format: Taschenbuch
Preis: 8,99€

Werbung / Rezensionsexemplar

4/5 ⭐

Radulf oder auch Rad führt ein einsames und seiner Meinung nach ein sehr langweiliges Leben. Freunde hat er nur virtuell. Irgendwann kommt er sich von seinen „Freunden“ so missachtet vor, dass er sich eine Lüge ausdenkt, um sich interessanter zu machen. Als dann auch noch ein Mädchen ins Spiel kommt, beschließt er nach LA zu reisen und Sie kennen zulernen. Hier trifft Real Life auf Social Media Life und alles ist so ganz anders, als er es dachte.

Es ist ein Kurzroman mit knapp 180 Seiten und die Geschichte wird aus Radulfs Sicht erzählt. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen. Das Buch ist in 3 Teile unterteilt, welche sich noch einmal in Wochentage aufgliedern.

Radulf hat viel durchgemacht im leben und zieht sich deshalb sehr in sein Schneckenhaus zurück. Er kommt kaum raus, außer um zu arbeiten. Sein Leben spielt sich hauptsächlich virtuell ab und er fühlt sich immer übersehen und uninteressant. Das hat es mir am Anfang etwas schwer gemacht, mit ihm warm zu werden.

Die beiden anderen Charaktere, die einen größeren Anteil an der Geschichte haben, sind Lea und Alex, welche beide auf Ihre Art sehr lebensfroh und ganz anders sind als Rad. Beide Charaktere sind genau wie Radulf sehr gut ausgearbeitet und in Teilen sehr vielschichtig.

Die Autorin thematisiert in diesem Buch gekonnt ein Thema, welches in den letzten Jahren durch Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram und Co. immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Nämlich die Selbstdarstellung auf diesen Plattformen, die Wahrnehmung dessen, was wir dort sehen und wie wir uns davon beeinflussen lassen. Ja, es ist ein Thema, welches mittlerweile vermehrt aufgegriffen wird und man könnte jetzt auch damit um die Ecke kommen, dass jemand wie Radulf, der sich eh schon sehr zurückzieht, für so etwas vielleicht anfälliger ist. Aber nein, darum geht es nicht. Die Autorin veranschaulicht hier, wie sehr uns Social Media beeinflussen kann. Wie gerne wir über das Ziel hinausschießen bei unserer eigenen Selbstdarstellung oder wie schnell wir auch davon enttäuscht sind, wenn es nicht so läuft, wie wir uns das wünschen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mich dieses Buch noch einmal zum Nachdenken gebracht hat, was meinen Umgang mit Social Media betrifft und ich finde, so etwas macht ein gutes Buch aus. Denn wer hat sich im Netz nicht schon mal ein wenig interessanter dargestellt oder war enttäuscht, wenn er nicht die entsprechende Aufmerksamkeit bekommen hat. Das Buch ist tiefgründig genug, um einen wirklich zum Nachdenken anzuregen und behandelt am Rande ein paar weitere wichtige Themen. Für mich hätte es an einigen Stellen noch ein wenig Tiefgründiger sein können oder auch auf die anderen Themen etwas mehr eingehen können. Das Ende war für meinen Geschmack ein wenig abrupt. Deshalb erhält es von mir nur 4 von 5 Sternen. Alles in allem ist es aber ein Buch zu einem sehr wichtigen Thema und es bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Ich werde es bestimmt noch einmal lesen, um mit Alex, Lea, Rad und den anderen Venice unsicher zu machen.

Vielen Dank an Reni Kiefer für das zur Verfügung Stellen des Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Das Cover unterliegt dem Copyright des Verlags. Das Foto, die Idee dazu sowie Rezension und Text sind von mir.

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