Bodyshaming, oder warum soll ich mich wegen falscher Körperideale schlecht fühlen?

Hej Hej meine Lieben

Heute rede ich ein wenig mit euch über Bodyshaming. Im April habe ich dies in Form von Beiträgen und auch IGTV’s auch auf meinem Instagram-Kanal gemacht, also schaut auch gerne dort vorbei.

Auch hier wieder der Hinweis, gerade was Verhalten und auch psychologische Fakten anbelangt, habe ich diese Dinge aus Büchern, dem Internet oder auch zum Teil aus eigener Erfahrung. Wenn Ihr eine Experten-Meinung oder einen Rat von einem Experten möchtet, dann wendet euch an eben diese.

Nun aber los.

Zuerst einmal die Frage; warst du selbst schon Opfer von Bodyshaming oder hast du es gar selbst betrieben?

Die Sprüche auf dem Bild sind noch welche von den Harmloseren, die ich zu hören bekommen habe. Ich war immer schon Opfer, habe es aber rückblickend betrachtet bestimmt auch schon betrieben. Ich denke Freisprechen kann sich hier keiner und es ist garantiert auch schon jeder einmal, wenn auch unbewusst Opfer dessen gewesen.

Aber nun erst einmal was ist Bodyshaming?

Als Bodyshaming bezeichnet man Beleidigung, Diskriminierung, Mobbing oder Demütigung, die uns aufgrund unseres äußeren Erscheinungsbildes trifft.

Es ist weit verbreitet und gerade durch die Anonymität im Internet ist es am allermeisten auf Social-Media-Plattformen verbreitet. Dabei sind meist die Personen betroffen, die nicht einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen.

Hier gibt es noch einige Ausprägungen und man kann auch noch spezifischer werden.

Zwei Begriffe, die in dem Zusammenhang noch sehr bekannt sind, sind Sizeism und Lookism.

Sizeism – jegliche Diskriminierung aufgrund von Größe und Figur.

Lookism – aufgrund von Kleidungsstil, Aussehen etc. Das wirklich nur grob zusammengefasst, man kann hier sicherlich auch noch weiter in die Tiefe gehen. Das würde jedoch den Rahmen sprengen.

Aber woher kommen diese Schönheits- und Körperideale, die dazu führen, dass wir ein Idealbild von Schönheit haben?

Was meint Ihr, wie beeinflussbar Ihr seid?

Ehrlich bis vor zwei Jahren, wo ich mit einem Kurs angefangen habe, zum Thema Bodypositivity, wusste ich nicht, wie sehr ich mich beeinflussen lasse. Aber erst mal von vorne.

Zwei der größten Einflussfaktoren, die unsere Ideale auf Schönheit prägen, sind unsere Erziehung und unser Umfeld, aber vor allem die Medien.

Ich bin z.B. sehr tolerant erzogen worden und aufgewachsen, aber Schönheit und Körperbau waren egal wo immer ein Thema und das nicht im Hinblick auf „Du bist gut, so wie du bist“. Zwar nicht immer unbedingt zuhause, aber in der Schule und. Denn alleine Sprüche wie ‚Kind, du musst mehr essen, du bist so dünn geworden‘ oder ‚Meinst du nicht, du solltest die Portion weglassen, du hast doch ein wenig zugenommen‘ sind Aussagen, die bestimmt jeder in irgendeiner Form schon einmal gehört hat. Entweder von Oma und Opa oder vielleicht auch von den Eltern. Was man sich alles in der Schulzeit anhört, brauchen wir, glaube ich gar nicht hier zu besprechen. In irgendeiner Form hat das wohl jeder schon einmal mitbekommen.

Ein anderes Thema sind die Medien. Hier werden uns die Ideale nur so diktiert und das nicht immer offensichtlich, sondern eher subtil. Seit ich weiß, worauf ich zu achten habe und ich auch Social Media etwas anders aufgestellt habe, geht es mir besser. Vor allem aber muss man sagen, dass das reproduzierte Bild, was wir jeden Tag sehen, nie erreichbar ist, denn gegen Photoshop und andere Tricks kommen wir egal mit was für einer Kur, Sport etc. nicht an. Die Medien legen fest, welches Bild Sie gerne verkaufen wollen und präsentieren uns somit ein Idealbild, dem wir versuchen nachzueifern oder mit dem wir verglichen werden. Denn den Bikini z.B. trägt nicht die Frau mit Kurven oder die Schlanke mit dem kleinen Bauchansatz oder aber die mit Dehnungsstreifen an den Oberschenkeln. Nein, es ist immer ein perfekt gestyltes Model, entweder enorm schlank oder extrem durchtrainiert. Alles was dann noch als Makel gesehen wird, wird einfach wegretuschiert. Das ist zumeist unrealistisch und nicht erreichbar. Denn auch wenn ich die Möglichkeit habe, mehrere Stunden am Tag Sport zu machen und dadurch vielleicht meinen Traumbody zu haben, so bleiben die Narben, Dellen, Streifen und alles, was meine Haut nach außen zeigt bestehen.

Egal ob wir nun selbst uns nicht als ideal ansehen oder es uns von anderen immer wieder gesagt wird. Beides kann schlimme Folgen oder Probleme nach sich ziehen, die für Betroffene und Angehörige große Auswirkungen haben.

Deshalb denkt immer daran, dass nicht alles immer der Realität entspricht, wenn Ihr es in den Medien seht. Hinterfragt stets, ob es real oder Fiktion ist. Auch könnt Ihr bei vielen Dingen selbst entscheiden, was Ihr sehen möchtet.

Ich verzichte z.B. weitestgehend auf die Zeitungen auf dem zweiten Bild, die ein eher toxisches Ideal repräsentieren. Bei Büchern ist es ein wenig komplizierter, weil hier die Makel, die man dann den Protagonisten gibt, eher banaler Natur sind und es selten wirklich Bücher gibt, in denen z.B. die Protagonistin übergewichtig ist und der Protagonist vielleicht eine Behinderung hat. Hier muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass egal wie toll diese Welt ist, in die wir uns davon Träumen und in der wir vielleicht auch gerne die Rolle der Protagonisten innehätten, eine Fiktion ist. Dies ist auch bei Filmen der Fall.

Im Bereich von Social Media, habe ich angefangen Ordentlich aufzuräumen. Ich folge mit meinem Bookstagram-Account nur buchigen Accounts und privat habe ich so einiges umgestellt. Am liebsten habe ich hier die Seiten von Tanja Marfo, Angelina Kirsch, Bodyimage Movement, Taryn Brumfit und Celest Barber.

Auf Bild zwei seht Ihr Zeitungen und Bücher, die das „ideale“ Körper- und Schönheitsbild repräsentieren. Auf Bild eins wird davon in vieler Hinsicht abgewichen.

Die Folgen von Bodyshaming sind weitreichend und vielfältig. Ich möchte hier gar nicht so tiefgreifend darauf eingehen. Es aber definitiv kurz angesprochen haben. Denn auch schon die geringste Ausprägung, die geringste Konsequenz, kann zu einer erheblichen Einschränkung in vielen Lebensbereichen führen.

Meist sind es Selbstzweifel an sich und seinem Körper, weniger Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, sowie ein verzerrtes Selbstbild welches die Betroffenen plagt. Das führt in den allermeisten Fällen auch zu einer enormen Einschränkung der Lebensqualität.

Daraus können psychische Erkrankungen entstehen. Beispiele hierfür sind Depressionen, Angststörungen, selbstverletzendes Verhalten oder auch komplette soziale Isolation.

Im schlimmsten Fall entwickeln die Betroffenen eine Essstörung wie Bulemie oder aber auch das zwanghafte Bedürfnis Ihren Körper durch Schönheitsoperationen anzupassen um dem Idealbild so näher zu kommen.

Die betroffenen geraten also in einen Strudel, der Sie immer tiefer zieht und aus dem es schwer ist wieder heraus zu kommen. In diesem Fall ist es wichtig sich professionelle Hilfe zu suchen.

Viel wichtiger ist jedoch, dass unsere Gesellschaft lernen muss, dass die Schönheitsideale, die uns immer wieder vorgehalten werden nicht erstrebenswert sind, sondern jeder gut ist, so wie er nun einmal ist.

Abschließend bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, als:

  • Umgebt euch mit Dingen, die euch gut tun. Sei es im Bezug auf Menschen oder Medien. Auch wenn das eine enorme Veränderung bedeuten kann sich von Dingen oder Personen zu trennen.
  • Sucht euch Hilfe wenn Ihr nicht mehr selbst aus euren Problemen heraus zu kommen.
  • Egal wie Ihr ausseht, welche Gesinnung Ihr habt, welches Geschlecht Ihr habt, wen Ihr liebt, wie euer Stil ist, welcher Religion Ihr angehört und so weiter, Ihr seid gut, so wie Ihr seid und lasst euch nichts anderes einreden.

Abschließend noch ein paar Tipps:

Zum lesen kann ich euch vor allem die folgenden Bücher empfehlen:

  • Embrace yourself von Taryn Brumfitt erschienen im GU-Verlag für 17,99€
  • Embrace: Du bist schön – Schluss mit Bodyshaming von Taryn Brumfitt erschienen bei Plaza für 7,90€
  • Embrace your Body von Tarin Brumfitt erschienen bei Random House Australia (Englisches Kinderbuch) für 15,21€
  • Rock your Curves!: Lerne deine Kurven lieben von Angelina Kirsch erschienen bei Gräfe und Unzer für 16,99€
  • Fuck Beauty!: Warum uns der Wunsch nach makelloser Schönheit unglücklich macht und was wir dagegen tun können von Nunu Kaller erschienen im KiWi-Taschenbuch Verlag für 12,99€
  • Size egal: Dein Selbstbewustsein kann nicht groß genug sein von Caro Matzko und Tanja Marfo erschienen bei lübbelife für 16,90€

Es gibt bestimmt noch so einige mehr, aber diese kann ich euch wirklich sehr ans Herz legen. Zum Buch „Embrace: Du bist schön“, gibt es ebenfalls eine Dokumentation, die es sich lohnt zu schauen. Immer relativ günstig oder auch kostenfrei bei Amazon zum leihen.

Der Kurs zur Bodypositivity,den ich weiter oben schon einmal angesprochen habe, ist der Kurs Embrace you! von Taryn Brumfitt und dem Bodyimage Movement. Wenn Ihr gut Englisch könnt, dann kann ich euch diesen ebenfalls sehr empfehlen.

So nun aber genug Tipps. Denkt immer daran: Ihr seid gut so wie Ihr seid. Liebt euch und eure Körper denn er erzählt eure Geschichte und Ihr habt nur einen davon.

Habt noch einen schönen Abend meine Lieben

Eure Chrissi

Unbezahlte Werbung / bezahlte Werbung, da Rezensionsexemplare sichtbar Das Copyright für etwaige Cover oder Titelbilder, liegt bei den entsprechenden Verlagen. Bilder Text und Ideen dazu sind von mir. Recherche Quelle, war hier einzig und allein Wikipedia, die genannten Bücher und meine eigene Erfahrung.

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