Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch von Sophie Passmann

Titel: Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch

Autorin: Sophie Passmann
Seiten: 246
Genre: Humor
Verlag: KiWi
Format: Taschenbuch
Preis: 12,00€

Unbezahlte Werbung, da selbst gekauft.

5/5

Wer hat noch nicht von ihm gehört?

Dem sogenannten „alten weißen Mann“ oder wie er in Amerika genannt wird „the angry white man“.

Mit viel Intellekt, Selbstironie, Scharfsinn und äußerst pointiert geht Sophie Passmann in Ihrem Buch der These des alten weißen Mannes auf die Spur und beweist damit, dass Feminismus definitiv auch lustig sein kann.   

Augenzwinkernd konfrontiert Sie Männer, die in einer gewissen Art und Weise Macht besitzen, mit dem Begriff des „alten weißen Mannes“. Der Großteil Ihrer Interviewpartner ist erstaunlich selbstreflektiert oder besitzt selbst vielleicht eine feministische Ader. Doch gibt es auch die Interviewpartner, die sich ahnungslos, bequem oder vom Thema gelangweilt geben oder sich durch den Feminismus schlichtweg nicht abgeholt fühlen.

Der Mann, der typischerweise das Feindbild „alter weißer Mann“ verkörpert, wurde nicht interviewt. Also der, der seine Stellung als gesellschaftliches Privileg ansieht und sich nicht vom Thron stoßen lassen will bzw. sich bedroht fühlt vom Wandel und dessen, was eine kleine Gruppe gerade versucht, sich zu erkämpfen. Aber gibt es diesen „alten weißen Mann“ überhaupt noch? Ja, es gibt ihn noch und es wird Ihn auch noch weitergeben. Ab und an zwar nur durch ein selbstgeschaffenes Feindbild oder eine zwischenmenschliche Wahrnehmung, aber auch noch in Person.

Sind wir mal ehrlich, jede Frau meiner Generation, die sich ein wenig mit Feminismus auseinandergesetzt hat, kommt um die These des „alten weißen Mannes“ nicht umhin.

Ich bin von meiner Mutter so erzogen worden, dass ich selbstbestimmt meinen Weg gehen und alles schaffen kann, was ich möchte. „Ein hübsches Gesicht hilft dir später halt nicht weiter.“

Es ist jetzt nicht generell so, dass ich mich nicht auch hübsch mache, nicht ab und an die Aufmerksamkeit von Männern genieße oder mich nicht auch mal von einem Mann verteidigen lasse. Allerdings mag ich es nicht, wenn man mich bevormunden möchte, mir versucht klar zu machen, dass ich zu dem Thema nichts beitragen kann, weil ich eine Frau bin oder aber das, was ich erreicht habe, nur aufgrund der Gunst eines Mannes zustande gekommen ist. Ja, alles schon vorgekommen und auch ich habe das alles schon erlebt und das nicht zu knapp.

Auf die Wirtschaft bezogen kann man jetzt vielleicht sagen, dass wir von den Männern lernen müssen zu kommunizieren und zu Netzwerken. Ja, das stimmt vielleicht, denn anstatt zu kommunizieren oder zu Netzwerken, versuchen wir immer noch viel mit uns alleine auszumachen und uns alleine durchzukämpfen. Oft liegt dies aber auch daran, dass man unter Frauen oft Stutenbissigkeit und noch mehr Konkurrenzkampf findet, als es normal sein sollte. Aber ist es schlichtweg die Lösung zu sagen, wir müssen diverse Themen von Männern lernen?

Nein, das sehe ich nicht so oder nicht ausschließlich so. Ja, wir müssen lernen aber auch die Männer können von uns lernen.

Die Diskussion, ob Männer mit Macht freiwillig Ihre Privilegien teilen sollten und ob dies mit Kooperation oder mit einem gegenseitigen Kampf geschehen soll, wird wohl immer bestehen bleiben. Das Buch stellt ein gutes Zwiegespräch mit vielen Punkten zum Nachdenken dar. Klar, es bietet viele Thesen, ist nicht radikal oder lösungsorientiert, aber es ist ein Schritt in eine Richtung, die wir Einschlagen können, wenn wir bereit sind, aufeinander zuzugehen, uns auszutauschen und Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.

Dieses Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.

Das Cover, unterliegt dem Copyright des Verlags. Das Foto, die Idee dazu sowie Rezension und Text sind von mir.

Heimweh nach uns! von Helen Schreiber

Titel: Heimweh nach uns

Autorin: Helen Schreiber
Seiten: 254
Genre: Fiktion, Liebesroman
Verlag: FeuerWerke Verlag
Format: eBook
Preis: 0,99€ (Kindle eBook derzeit)

Werbung / Rezensionsexemplar

Herzensbuch

Der Alltag hat mich fest im Griff. Mein Mann und ich, mehr Mitbewohner als Eheleute.

Diese Gefühle kenne ich nur zu gut. Diese Gefühle schmerzen. Dieses Buch hat etwas aufgewühlt und etwas in mir bewegt.

Kennt Ihr das Gefühl, Heimweh nach einer Person zu haben? Malte und Lena sind schon lange zusammen, verheiratet, beide erfolgreich im Job und haben zwei tolle Kinder. Doch der Alltag hat die beiden Fest im Griff. Es bleibt kaum Luft zum Atmen, zum Verschnaufen oder auch einfach mal, um sich zu fragen, ob alles noch einen Sinn ergibt. Als Lena Yoga-Stunden bei Reik geschenkt bekommt, steht Sie dem sehr skeptisch gegenüber, doch mehr und mehr lässt Sie sich fallen und findet sich selbst wieder. Doch dabei ist Sie im Begriff fast alles zu verlieren.

Heimweh nach uns! Ist am 11.02.2021 im Feuerwerke Verlag erschienen. Ich hatte das große Glück, dieses Buch schon vorab lesen zu dürfen und auch die tolle selbstkomponierte und gesungene Musik von Helen dazu zu hören. Vielen Dank noch einmal für dein Vertrauen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, angenehm, tiefgründig und emotional. Ich war von Beginn an in der Geschichte und konnte mich direkt in Lena hineinversetzen. Was allerdings dazu geführt hat, mich ein wenig beklemmt zu fühlen, da ich die Gefühle, die Lena hat, nur zu gut kenne. Die Autorin hat es geschafft, mich mit Ihrem Buch zum Nachdenken anzuregen. Wie gerne vergisst man, dass der Partner, der einem da gegenüber sitzt, auch verdient hat, die ungeteilte Aufmerksamkeit zu erhalten. Wie oft vergisst man an sich selbst zu denken und auf sich zu achten.

Lena hat einen tollen Job, eine tolle Familie und doch fehlt etwas. Nämlich Zeit, Zeit für sich selbst. Sie sieht sich als sehr chaotisch an und versucht es sich und ihren Lieben recht zu machen. Vergisst dabei aber sich selbst. Als Sie immer mehr zu sich selbst findet, merkt sie auch, was ihr außerdem fehlt und was in eine falsche Richtung läuft. Lena war mir von Beginn an sympathisch. Sie ist so, wie es wahrscheinlich fast jede Frau ist, die Karriere und Kinder oder halt alles andere im Leben versucht unter einen Hut zu bekommen. Ihre Gedanken sind von der Autorin absolut nachvollziehbar geschildert worden, aber auch so, dass man zu keiner Zeit das Gefühl hat, dass Malte der Schuldige ist.

Malte ist im Vergleich zu Lena eher der Macher, der strukturierte, der alles versucht, im Blick zu behalten und im Griff zu haben. Er wirkt stellenweise etwas unnahbar, ist dies aber keineswegs, wie man immer wieder an diversen Stellen im Buch erkennen kann. Abgesehen davon ist er ein Mann, der alles für seine Frau tut. Er versucht sie zu unterstützen, wo er nur kann, versucht Lena alles zu ermöglichen, was Sie sich wünscht und natürlich lässt er Sie den Alltag nicht alleine meistern.

Auch die anderen Charaktere wie Reik, Judith und die beiden zuckersüßen Kinder waren gut ausgearbeitet und haben einen großen Anteil am Gelingen der Geschichte. Sie haben alles einfach von Anfang bis Ende stimmig gemacht. Auch wenn hinter Reik vielleicht ein kleinwenig ein Klischee steckt.

Dieses Buch greift thematisch genau das auf, was wahrscheinlich in Tausenden von Ehen jeden Tag passiert und doch ist es besonders. Denn durch die Art, wie die Autorin dieses Thema hier verarbeitet hat, ist es vor allem eins nicht, dass Typische du bist schuld. Es zeigt auf, wie sich durch eine Ansammlung vieler kleiner Handlungen, Situationen und das große, wir reden nicht mehr über alles miteinander eine Mauer aufbaut. Oder sich ein Nebel bildet, wie Sie es so passend in einem Ihrer Lieder zum Buch geschrieben und gesungen hat. Sie zeigt aber auch, dass es die Möglichkeit gibt, diese Probleme zu lösen, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht und zu sich selbst zurückfindet. Dieses Buch ist so traurig und so schön zu gleich, dass es noch jetzt einen Kloß in meinem Hals hinterlässt. Es ist ein Herzensbuch und Lena und Malte werden mich noch lange begleiten.

Ob es ein Happy End für Malte und Lena gibt, welchen Anteil Judith und Reik an der ganzen Geschichte haben und warum Malte und Lena mir noch lange in Erinnerung bleiben werden, all das müsst Ihr selbst herausfinden.

Von mir bekommt dieses Buch eine klare Leseempfehlung, aber bitte vergesst die Taschentücher nicht.

Ich hoffe irgendwann noch einmal ein Buch der Autorin lesen zu können, denn ich bin schon jetzt ein wenig zu einem Fan geworden.

Ach und bevor ich es vergesse. Hört euch doch zu dem Buch auch Ihren selbst komponierten und gesungenen Soundtrack an. Ich kann euch nicht genau sagen, an welchen Stellen welches Lied für mich am besten passt, da alle drei Lieder perfekt an mehrere Stellen passen würden. Aber der Soundtrack rundet das Buch ganz wunderbar ab.

Es handelt sich bei dem Buch um ein Rezensionsexemplar, welches mir von der Autorin zur Verfügung gestellt worden ist. Dies hat meine Meinung zu dem Buch jedoch in keiner Weise beeinflusst.

Das Cover, unterliegt dem Copyright des Verlags. Das Foto, die Idee dazu sowie Rezension und Text sind von mir.

Auch die große Liebe fängt mal klein an von Sylvia Deloy

Titel: Auch die große Liebe fängt mal klein an

Autorin: Sylvia Deloy
Seiten: 352
Genre: Liebesroman
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Preis: 10,00 €

Werbung / Rezensionsexemplar

Highlight

Wart Ihr schon einmal in Köln?

Habt vielleicht auch den Dom besucht und seid die ganzen Stufen bis zur Spitze gelaufen?

Wart Ihr schon einmal in einem Brauhaus und habt kölsche Gerichte probiert?

Nein? Wirklich nicht?

Dann holt es nach.

„Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter!“, so heißt es bei uns in Köln.

Eigentlich sollte dies Ihr großer Tag werden. Ihre große Veranstaltung. Diese Veranstaltung soll dem Petite Pauline wieder zu neuem Glanz verhelfen und es auch bei einer anderen Zielgruppe bekannter machen. Doch es geht schief, was nur schief gehen kann. Ihr Restaurant aus dritter Generation ist am Ende. Was soll Marie nun machen? Wie soll Sie Ihrem Großvater beibringen, dass sein Lebenswerk geschlossen ist? Gar nicht. Sie wird alles daransetzen, das Restaurant wieder zu eröffnen. Um schnell Geld zu verdienen, heuert Marie im Brauhaus an. Doch nachdem Sie hier auf Ihren Ex trifft, ist weiteres Chaos vorprogrammiert.

Der Schreibstil der Autorin ist locker, witzig, flüssig, fesselnd und angenehm. Die Autorin hat es von der ersten Seite an geschafft, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen und mich nach Köln zu versetzen. Sie nimmt uns mit in die Brauhausküche, auf einen Besuch auf den Kölner Dom und in das ein oder andere Veedel in Köln. Die Geschichte wird aus Maries Sicht erzählt und so nimmt uns die Autorin nicht nur mit durch Köln, sondern auch durch Maries Gedankenchaos.

Marie ist Köchin, Sie liebt es, in der Küche zu stehen, neue Gerichte zu kreieren und Ihre Gäste damit zu erfreuen. Doch so gut und kreativ Sie in der Küche ist, genauso chaotisch ist Sie auch. Dieses Chaos zieht sich durch Ihr leben wie ein roter Faden, aber nicht auf alles hat Sie einen Einfluss. Ihr Ex-Freund Finn, der einfach nicht verstehen will, dass es aus ist oder Ihre Nachbarn, die immer das kleinste Haar in der Suppe suchen, machen ihr das Leben nicht gerade einfach.

Swantje und Ihre Tochter Alva sind Maries Mitbewohnerinnen. Sie sind Maries halt, Ihre Familie und Ihr Fels in der Brandung. Sie sind organisiert und helfen Marie immer wieder mit einem kleinen Schubs in die richtige Richtung.

Dann haben wir da noch Klaus. Maries schwulen, sehr exzentrischen besten Freund. Ihn muss man einfach direkt mögen. Trotz oder vielleicht gerade wegen seiner aufgekratzten, etwas melodramatischen und exzentrischen Art und seinem Fabel für das englische Königshaus.

Ja und dann nicht zu vergessen, Anton. Anton ist Maries Ex und das absolute Gegenteil von Marie. Er ist strukturiert und organisiert und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Na ja, gut von Marie vielleicht. Weil so gerne wie er Marie foppt, so schnell bringt Sie ihn auch zur Weißglut, wenn Sie wieder etwas an ihm zu bemängeln hat.

Ich könnte jetzt immer so weiter machen, da dieses Buch einfach so viele tolle Charaktere hat, die mehr oder weniger typisch zu Köln gehören. Alle sind auf Ihre Art und Weise perfekt ausgearbeitet, aufeinander abgestimmt und tragen einen einfach nur durch die Geschichte.

Die Autorin hat es geschafft, einen perfekten Roman zu kreieren, mit der richtigen Mischung aus Gefühl, Witz und Heimatverbundenheit. Für mich als jemand, der Köln lebt und liebt, mag dies vielleicht noch einmal etwas anderes sein als für einen außenstehenden. Allerdings finde ich, dass die Autorin sehr gut rübergebracht hat, was Köln ausmacht. Ist es die unverblümte, etwas ruppige Art der Brauhauschefin. Der Zusammenhalt in den Veedeln, der kölsche Klüngel, der Dialekt, die kölsche Musik, die Heimatverbundenheit und natürlich nicht zu vergessen die Liebe zum Dom. Normalerweise kann man nicht erklären, warum Kölner Ihre Stadt so sehr lieben, da es eher ein Gefühl ist, welches man lebt und mit dem man aufgewachsen ist, als dass es etwas Greifbares, Erklärbares ist. Allerdings hat die Autorin ganz gut beschrieben, was Köln ausmacht und vieles nebenbei an den passenden Stellen einfließen lassen. An einigen Stellen fließt Kölner Dialekt ein, was aber passend ist. Keine Sorge, diese Passagen sind wirklich nur angehaucht mit Dialekt und nicht in komplettem Kölsch geschrieben. Auch enthält dieses Buch eine wichtige Botschaft. Man sollte, wenn einem eine zweite Chance geboten wird, diese nicht verstreichen lassen oder zu viel darüber nachdenken, sondern zugreifen. Natürlich kommt die Liebe in diesem Buch nicht zu kurz. Jedoch hätte ich mir an diesen Stellen ein wenig mehr Gefühl gewünscht. Hier hat mir das gewisse Prickeln gefehlt, weshalb es leider nicht zum Herzensbuch gereicht hat.

Fazit: Egal ob Kölner (welcher Art auch immer) jemand der die Stadt schon einmal besucht hat oder Außenstehender, der lediglich mal von Köln gehört hat. Dieses Buch lohnt sich für jeden. Es waren tolle, witzige Lesestunden und ich freue mich schon darauf, mich von „Das Glück ist zum Greifen Nah“ von Sylvia Deloy wieder nach Köln entführen zu lassen und die Lesestunden zu genießen.

Vielen Dank an die Bloggerjury und somit an den Bastei Lübbe Verlag für das zur Verfügung Stellen des Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Das Cover, unterliegt dem Copyright des Verlags. Das Foto, die Idee dazu sowie Rezension und Text sind von mir.

Dunkle Ufer von Sage Dawkins

Titel: Dunkle Ufer

Autorin: Sage Dawkins
Seiten: 447
Genre: Thriller, Suspense, Psychothriller
Verlag: beTHRILLED
Format: eBook
Preis: 4,99 €

Unbezahlte Werbung, da selbst gekauft.

Highlight

Nachdem ich vom dritten Teil der „Stephen Lang“- Thriller begeistert war, wollte ich nach und nach auch die anderen beiden Teile lesen. Also zog vor Kurzem Dunkle Ufer bei mir ein. Auch wenn man alle Teile wunderbar unabhängig voneinander lesen kann, so wollte ich doch wissen, was vorher passiert ist.

„Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft durch das Herz eines jeden Menschen.“ Alexander Solschenizyn

Ein Serienkiller hält London in Atem. Die Ermittler sind ratlos. Das Einzige, was Sie sicher wissen, dass die Opfer immer auf die gleiche Art und Weise dargestellt werden. Ausgeblutet im dunklen Themseschlamm positioniert. Immer sind es Frauen. Die junge Kuratorin und Kunsthistorikerin Julia macht eine Entdeckung, die die Ermittler auf die richtige Spur bringen könnte. Doch fassen die Ermittler am Ende gar den richtigen Täter oder ist es vielleicht doch nur ein Trittbrettfahrer.

Der Schreibstil der Autorin ist wie auch schon im dritten Teil flüssig, spannend, fesselnd und sehr detailliert. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was mich, da ich es schon kannte, aber nicht sonderlich irritiert hat.

Julia ist herzlich, aber ab und an in Ihren Gedanken etwas düster. Sie interessiert sich vor allen Dingen für Kunst, die sich um die Darstellung des Todes dreht. Bis auf Ihre beste Freundin lässt Sie niemanden wirklich an sich heran, bis der mysteriöse Gabriel und DCI Stephen Lang auftauchen.

Gabriel ist reich, hat seine eigene Sicherheitsfirma und besitzt einige interessante Kunstwerke. Ihn umgibt eine dunkle, mysteriöse Aura, die auf Julia äußerst prickelnd und anziehend wirkt. Aber was hat er mit den Morden zu tun? Warum erscheint er auf einmal auf der Bildfläche und stiftet Bilder für eine Ausstellung über den Tod.

DCI Stephen Lang ist ein Arbeitstier und ein Familienmensch. Er verlangt sich und seinen Mitarbeitern viel ab. Jedoch kann er, wenn er mitten in einem Fall ist, auch nicht abschalten, sondern hängt sich immer weiter rein. Als er auf Julia trifft, ist Sie die erste Frau seit Langem, die ihn dazu bewegt, auch wieder andere Dinge im Leben wieder mehr in Betracht zu ziehen, außer der Arbeit. Er fühlt sich auf Anhieb zu Ihr hingezogen, ob er es schafft, mit seinem Charme Julia für sich zu gewinnen?

Tja, und dann haben wir da noch Freddie, den etwas dümmlichen, aber auch gruseligen Wachmann vom Museum, in dem Julia arbeitet. Er in Julia total verschossen und fordert sich immer wieder selbst heraus mit Julia zu sprechen. Er bildet sich ein, dass Julia Interesse an ihm zeigt und entwickelt eine Obsession für Sie, die gefährlicher nicht werden könnte.

Die Charaktere sind alle perfekt aufeinander abgestimmt, gut ausgearbeitet und verleihen der Geschichte damit eine gewisse Lebendigkeit. Der Leser bekommt das Gefühl, in der Geschichte als stiller Beobachter mitzulaufen.

Ich muss vielleicht bevor ich nun weiterschreibe, dazu sagen, dass ich das Buch in Teilen gelesen und in Teilen gehört habe. Vorab aber noch eine Warnung, lest das Buch am besten nicht, wenn Ihr zart besaitet seid. Es ist nicht unbedingt etwas für schwache Nerven, da es stellenweise sehr detailliert ist.

Es gibt einige Wendungen in diesem Buch, mit denen ich nicht gerechnet habe. Aber vor allem bin ich persönlich nicht sicher, ob Sie den Täter wirklich erwischt haben. Die Puzzleteile, die der Leser jedoch benötigt, um den Fall zu lösen, werden in dem Buch so vermittelt, dass der Leser sich trotz der Wendungen gut daran erinnern kann und Richtung Ende die entsprechenden Schlüsse zieht. Man merkt, dass die Autorin im Vorfeld sich umgehend über die Darstellung von Mord, Tod und Freitod im Bereich Kunst informiert hat. Denn einige Bilder musste ich mir dann doch einmal zumindest im Internet ansehen, aufgrund der detaillierten Beschreibungen. Es ist ein packender Thriller, der uns packend und bildhaft die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt und wieder einmal beweist, der erste Anschein kann, muss aber nicht trügen.

Das Hörbuch war gut gelesen, allerdings hat mir persönlich die Stimme der Sprecherin für dieses Buch nicht zugesagt. Mir hätte an dieser Stelle ein Sprecher besser gefallen.

Alles in allem bekommt dieses Buch jedoch eine klare Leseempfehlung von mir.

Das Cover, des Buches unterliegt dem Copyright des Verlags. Das Foto, die Idee dazu, sowie die Rezension sind durch mich erstellt worden.

Veilchensturm von Kim Leopold

Titel: Veilchensturm

Autorin: Kim Leopold
Reihe: How to be Happy (Band 5/5)
Seiten: 300
Genre: New Adult
Selfpublisher
Format: Taschenbuch
Pres: 12,99 €

Werbung/Rezensionsexemplar

Herzensbuch

Nie hätte ich damit gerechnet, dass das erste Buch, welches ich in 2021 beende, ein Herzensbuch wird. Ich muss mich natürlich bei Kim bedanken, für das zur Verfügung Stellen des Rezensionsexemplars und das damit in mich gesetzte Vertrauen und die Chance das Buch schon vorab lesen zu dürfen. 

Maddox Madness ist ein Star. Er spielt seine Violine wie kein anderer. Er eröffnet ein Sommercamp, um benachteiligten Kindern die Möglichkeit einer musikalischen Ausbildung zu vermitteln. Violet, die nach einigen Tiefschlägen nicht weiß, wo Sie steht, geschweige denn wo es hingehen soll, bewirbt sich für einen Job im Camp. Als die beiden erneut aufeinandertreffen, beginnt eine Geschichte, die sich um Vertrauen, Schmerz, die dunklen Tage im Leben, bedingungslose Liebe und Freundschaft dreht.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, angenehm, emotional, feinfühlig, aber auch witzig und spannend. Dies macht aus der Geschichte ein Wechselbad der Gefühle, was einen komplett in seinen Bann zieht. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Maddox und Violet in der Ich-Perspektive erzählt. Dies gewährt einem einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der beiden. Zu Beginn eines jeden Kapitels steht eine Schlagzeile, die entweder eine kurze Einsicht erlaubt. Oder aber eine Szene aus dem vorangegangenen Kapitel aufgreift. Es ist der letzte Teil der „How to be Happy“ Reihe der Autorin. Man kann ihn aber wunderbar losgelöst von den anderen lesen..

Zuerst haben wir da Maddox. Er ist ein herzensguter Mann, der viel Feingefühl besitzt und jedem helfen möchte. Er hat viel erleiden müssen und zerbricht fast daran. Er spielt viele Rollen, doch auf einmal ist da dieses Verlangen, die Masken fallen zu lassen. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen und war mir von Beginn an sympathisch.

Dann ist da noch Violet. Sie ist eher quirlig, ein wenig schusselig bzw. tollpatschig. Sie ist ebenfalls herzensgut und ein totaler Familienmensch. Sie ist ab und an ein wenig kindlich, naiv und weiß noch nicht, wo es hingehen soll. Sie hat ebenfalls viel durchgemacht, aber anders als Maddox. Auch bei Ihr konnte ich nicht umhin, Sie direkt ins Herz zu schließen.

Die Nebencharaktere sind alle sehr gut ausgearbeitet und Runden die Geschichte um Maddox und Violet ab. Sie verpassen dem Ganzen den letzten Schliff.

Maddox und Violet sind wie Schatten und Licht. Sie ziehen sich von der ersten Begegnung an wie zwei Magnete. Was als Sommerflirt und ein bisschen Spaß beginnt, wird zu etwas Ernstem, womit beide zu Beginn nicht gerechnet haben. Violet, die selbst viel durchgemacht hat und dadurch jetzt im Camp gelandet ist, ist das Licht und hilft Maddox durch seine dunkelsten Stunden. Doch auch Maddox hilft Violet, denn er erdet Sie, er gibt Ihr das, was Sie braucht. Nämlich Wertschätzung und jemanden, der Ihr zuhört und Sie liebt. Dieses Buch hat eine Trigger Warnung. Ich bitte Euch die Warnung ernst zu nehmen, denn die Themen, die angesprochen und die Abgründe, die erreicht werden, sind nicht ohne. Aber die Autorin hat es geschafft, diese ganzen ernsten und zum Teil sehr schlimmen Themen so zu verpacken, dass man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, daran zu ersticken oder es einem zu viel wird. Dieses Buch veranschaulicht, was mit einem Menschen passieren kann, wenn er Schlimmes erleidet und das vielleicht auch über Jahre hinweg. Doch es zeigt auch, dass es einen Ausweg geben kann. Es zeigt, was Freundschaft und Liebe bedeuten und wie das Selbsteingeständnis von Schwäche und der Mut nach Hilfe zu fragen bewirken kann.

Fazit: Dieses Buch ist eine tolle Geschichte, die ebenso locker lustig wie auch tiefgründig oder deprimierend ist. Ich finde, es gehört in jedes Bücherregal und ich werde bestimmt erneut Maddox und Violet im Sommercamp in den Hamptons besuchen.

Das Rezensionsexemplar wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch in keiner Weise beeinflusst.

Das Cover, des Buches sowie die gezeigte Karte, unterliegen dem Copyright der Autorin. Das Foto, die Idee dazu, sowie die Rezension sind durch mich erstellt worden.

Kati Blum ermittelt – Dreamteam süßsauer von Birgit Gruber

Titel: Kati Blum ermittelt - Dreamteam süßsauer

Autorin: Birgit Gruber
Reihe: Kati Blum ermittelt (Band 5)
Seiten: 244
Genre: Fiktion, Cozy Mystery
Verlag: Zeilenfluss Verlag
Format: Taschenbuch
Preis: 11,00 €

Titel: Kati Blum ermittelt – Dreamteam süßsauer

Autorin: Birgit Gruber
Reihe: Kati Blum ermittelt (Band 5)
Seiten: 244
Genre: Fiktion, Cozy Mystery
Verlag: Zeilenfluss Verlag
Format: Taschenbuch
Preis: 11,00 €

Werbung/Rezensionsexemplar

Lektüre für Zwischendurch

Darf es auch mal wieder ein Krimi sein? Aber natürlich doch. Völlig unverhofft erreichte mich Mitte Dezember Buchpost vom Zeilenflussverlag. Enthalten war der fünfte Teil der Reihe „Kati Blum ermittelt“ ein Bayreuth-Krimi. Dieser ist am 12.01.2021 erschienen.

Vielen Dank noch einmal an den Zeilenfluss Verlag für das zur Verfügung Stellen des Rezensionsexemplars.

Kati ist geschockt. Nina, Katis beste Freundin soll Ihre Chefin ermordet haben und zu allem Überfluss war es auch noch Katis Freund Lars, der Nina verhaftet hat. Aber warum sollte Nina Ihre Chefin ermorden? Irgendetwas konnte da nicht stimmen, das war Kati klar und Nina im Stich lassen, das ging schon mal gar nicht. Wenn Lars nichts unternimmt, dann muss Kati wieder ermitteln. Aber wer kommt als Täter infrage?


Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, angenehm und witzig. Ich kam schnell in die Geschichte rein und habe mich direkt wohlgefühlt. Die Autorin hat währenddessen immer wieder Hintergrundinformationen zu Bayreuth eingestreut, die die Handlung und den Ort noch reeller haben wirken lassen. Es ist der fünfte Band der Reihe, den man aber wunderbar auch unabhängig von den anderen Bänden lesen kann.

Kati ist quirlig, etwas vorlaut und vor allem ganz schön starrsinnig. Das alles aber auf eine liebenswürdige und auch schusselige Art und Weise. Vor allem anderen ist Sie ein herzensguter Mensch, dem Ihre Freunde über alles gehen.

Dann gibt es noch Nina. Nina, die beste Freundin von Kati, ist aufgedreht, eher unbeständig und ein wenig verrückt. Sie ist trotz allem was um Sie herum passiert, sehr stark und versucht immer Ihre gute Laune zu wahren.

Lars, der Hauptkommissar und Katis Freund kommt eher ein wenig grummelig rüber. Dies ist jedoch nur seine Art, Kati, die sich mal wieder in seinen Fall einmischt, gegenüberzutreten und Ihr ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Am Ende hört er nämlich doch ganz gerne auf Sie.

Es gibt noch einige Nebencharaktere, die gut ausgearbeitet sind und zum Gelingen der Geschichte beitragen.

Die Autorin schafft es, eine Mordermittlung mit viel Witz zu gestalten. Gerade zum Ende hinmusste ich, dass ein oder andere Mal Lachen unter anderem bei Aktion „Zuckerpuppe“ (lasst euch überraschen). Kati, die gerne vorschnell handelt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken, schafft es immer wieder, sich in komische Situationen zu manövrieren, aus denen Sie meist mit viel Witz und Charme herauskommt. Für mich war es ein schöner Krimi für zwischendurch, bei dem ich oft Lachen musste, bei dem mir aber ein wenig die Spannung gefehlt hat. Die Wendungen, die das Buch nimmt, sind interessant und lenken immer wieder davon ab, wenn man meint, eine Idee zu haben, wer der Täter ist, aber eine wirkliche Spannung hat sich bei mir nicht aufgebaut. Die Lösung des Falls und vor allem das „Warum“ waren am Ende sehr überraschend, was bedeutet, dass die Autorin einen immer wieder aufs Eis führt. Auch wenn mir persönlich die Spannung gefehlt hat, finde ich, es ist ein schöner Krimi, den es sich lohnt zu lesen.

Es handelt sich bei dem Buch um ein Rezensionsexemplar, welches mir vom Zeilenfluss Verlag zur Verfügung gestellt worden ist. Dies hat meine Meinung zu dem Buch jedoch in keiner Weise beeinflusst.

Das Cover, des Buches unterliegt dem Copyright des Verlags. Das Foto, die Idee dazu, sowie die Rezension sind durch mich erstellt worden.

Vergessene Gräber von Leo Born

Titel: Vergessene Gräber

Autor: Leo Born
Reihe: Ein Fall für Mara Billinsky (Band 5)
Seiten: 497
Genre: Thriller, Suspense, Polizeiroman
Verlag: beTHRILLED
Format: Taschenbuch
Preis: 11,00 €

Werbung/Rezensionsexemplar

Highlight

„Die beste Art sich zu rächen ist: Nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten.“ Mark Aurel

Zuerst einmal vielen Dank an die #bloggerjury, für das zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplars.


Mara Billinsky und Ihr Kollege Jan Rosen sind ratlos. Eine Mordserie belastet Sie sehr, Sie finden einfach keine Spur zum Täter. Das Einzige, was die Opfer scheinbar gemeinsam haben, ist, dass Sie jung, erfolgreich und schön sind. Mehr aber auch nicht. Selbst die Symbole und ein weiteres Opfer, was nicht zu den anderen passt, helfen nicht, die richtige Spur zu finden. Doch so ungewöhnlich Mara Billinsky ist, so unkonventionell sind auch Ihre Ermittlungsmethoden und ohne es zu ahnen, begibt Sie sich mitten in einen tödlichen Rachefeldzug und bringt sich am Ende noch selbst in Gefahr.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, spannend, fesselnd und sehr detailliert. Das Buch ist in vier Teile und mehrere Kapitel unterteilt. Die Kapitel sind teilweise sehr kurz und springen zwischen Handlungsorten und Personen hin und her. Anfangs war dies ein wenig gewöhnungsbedürftig, ich konnte mich aber schnell daran gewöhnen und war mitten im Fall und somit in Frankfurt angelangt. Es ist der fünfte Teil der Reihe ‚Ein Fall für Mara Billinsky‘ er lässt sich aber auch wunderbar unabhängig von den ersten vier lesen.

Mara Billinsky und Ihr Kollege Jan Rosen könnten unterschiedlicher nicht sein. Mara, die stur, unkonventionell und zu weilen etwas vorschnell und impulsiv in Ihren Handlungen ist, gleicht nicht einer typischen Kommissarin. Mit Ihren schwarzen Klamotten, langen schwarzen Haaren, den Piercings, Ihren Doc Martens und der abgetragenen Bikerjacke sieht Sie eher einer Rockerbraut oder einem Punk ähnlich. Jan Rosen dagegen ist ruhig, zurückgezogen, sehr überlegt und konventionell. Mit beiden Charakteren bin ich von Beginn an richtig gut klargekommen und gerade die Interaktion zwischen den beiden hat mich fasziniert. Jedoch muss ich sagen, dass die Obsession, die Rosen stellenweise an den Tag gelegt hat, es mir schwer gemacht hat, nicht mit den Augen zu rollen. 

Es gibt in diesem Buch viele Charaktere, die zum einen gleich und völlig unterschiedlich sind. Sie sind alle gut ausgearbeitet und perfekt aufeinander abgestimmt, sodass die Story von den Charakteren und deren Handlungen gut getragen wird. Das Buch hat mich zu Teilen sehr gefesselt, es gab aber auch stellen, die sich für mich ein wenig gezogen haben. Diese wurden jedoch durch die Spannung und dadurch, dass man nicht einmal Ansatzweise bis zum Ende eine Ahnung hatte, wer der Täter ist, wett gemacht. Der Thriller ist auch gut zu lesen, wenn man nicht sonderlich hart gesotten ist. Es gibt hier keine übermäßig detaillierten Beschreibungen der Morde oder der Leichen. Dafür umso mehr Verstrickungen und Wendungen, von denen der Thriller lebt. Oft genug habe ich gedacht, jetzt weiß ich, wo die Reise hingeht und dann war ich am Ende noch verwirrter. Ich kann euch leider nicht allzu viel verraten, ohne zu spoilern. Es sei nur so viel gesagt, es geht um die Verstrickungen ehemaliger Bürger der Sowjetunion und deren Verbindungen zur Unterwelt sowie ein ‚Pominalnij stol‘, eine russische Gedenkfeier. Aber wie das Ganze mit der Mordserie zusammenhängt und wie Mara und Rosen den Fall aufklären, müsst Ihr selbst herausfinden. Ich wünsche euch die gleichen spannenden und fesselnden Lesestunden, die ich auch mit diesem Buch hatte. Es bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir durch die Bloggerjury vom Verlag Bastei Lübbe zur Verfügung gestellt worden ist. Dies hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

Das Cover, des Buches unterliegt dem Copyright des Verlags. Das Foto, die Idee dazu, sowie die Rezension sind durch mich erstellt worden.